Was gibt es Neues?

Bing Treffen findet am 29./30.10.2022 statt


Ausstellung und Vorführung von historischen Eisenbahnen, Dampfmaschinen und Blechspielzeug

Auf den Austausch verschiedener Generationen setzen Marion und Uwe Groll vom Spielzeugmuseum in Freinsheim. Im Gegensatz zu anderen Museen zeigt das Spielzeugmuseum keine interaktiven Wechselausstellungen, sondern eine klassische Dauerausstellung, die der Firma Bing gewidmet ist. „Wir brauchen Zeitzeugen und engagierte Sammlerkollegen, die die Geschichten hinter den Gegenständen in den Vitrinen vermitteln. Deshalb freuen wir uns immer besonders, wenn Großeltern mit ihren Enkeln das Museum und unser Museumsfest besuchen und beispielsweise erklären, wie eine Dampfmaschine funktioniert“, sagt Uwe Groll. „Wenn sich die Dampfmaschine auch noch bewegt und etwas antreibt, übt das eine extreme Faszination auf alle Generationen aus.“ Hierfür veranstalten wir zum neunten Mal das „Bing-Spielertreffen“ in Freinsheim. Ein besonderes Merkmal ist, dass die Besucher auf eine Zeitreise mitgenommen werden und Kinder teilweise sogar mitspielen dürfen. Über Jahre hat sich hier eine Fangemeinde entwickelt – vielleicht eine kommende Generation von Sammlern und Spielern? Das mit 300qm Fläche kompakte Museum zeigt inzwischen eine fast unglaubliche Vielfalt mit rund 2000 Bing-Exponaten, die alle aus der Zeit vor 1932 stammen. „Bing hatte alles im Sortiment und nichts ausgelassen. Wir haben zum Beispiel einen 300-seitigen Katalog aus dem Jahr 1893, der nur mit Haushaltsgegenständen und Zubehör gefüllt ist. Bing ist ein Sammelgebiet, das man wohl nie abschließen kann“, erzählt Uwe Groll. Daher wurde das Museum in den letzten 10 Jahren ständig verändert, Präsentationen verbessert und es sind insbesondere viele hochkarätige Sammelstücke hinzugekommen.

Das Museumfest, welches am 29./30.10.2022 jeweils von 11:00-17:00 stattfindet, hat sich stetig weiterentwickelt und erreicht inzwischen nahezu 700 Besucher, welche die Ausstellung im Von- Busch-Hof, im Museum sowie im Museumscafé besuchen. Viele Aussteller und Besucher kommen teils von weit her, da es etwas Vergleichbares kaum gibt.

Die mit Dampf und Uhrwerk betriebene Eisenbahnanlagen in verschiedenen Spurweiten widmet sich stets neuen Themen. So werden in Spur 1 in diesem Jahr „lange, internationale Züge“ vorgestellt und auch eine Anlage in den sehr seltenen Größen Spur II bis Spur IV ist in Planung.

„Wir möchten die Vielseitigkeit der Firma Bing darstellen.“ So werden auch jede Menge anderes Blechspielzeug, für das Bing bekannt war ausgestellt. Darunter Dampfmaschinen, Autos, Schiffe und natürlich Eisenbahnen, denn damit begann das Sammelfieber von Uwe Groll. Mit 31 Jahren entdeckte er 1996 seine erste Bing-Lok auf einem Flohmarkt. Fasziniert war er von der Einfachheit der Technik und davon, dass sich zugleich erkennen ließ, welchem realen Vorbild die Lok folgt.

Einen eigenen Ausstellungsbereich haben die Freunde der Dampfmaschinen und Heißluftmotoren. Hier sind äußerst seltene Modelle zu bewundern. Besonders interessant ist hier der Bezug zu anderen Herstellern aus Nürnberg und Umgebung die damals teils Zulieferer und teils Wettbewerber von Bing waren. Hier gibt es viele interessante Fachgespräche aber auch Tipps zur Pflege, Bedienung und behutsamen Reparatur und Restaurierung der Maschinen.

Bing bezeichnete sich um die Jahrhundertwende als größte Spielwarenfabrik der Welt. Zu 80 Prozent verkaufte sie ihre Produkte ins Ausland. Uwe Groll: „Wirtschaftlich gesehen, war die Spielwarenindustrie der zweitwichtigste Exportzweig im Deutschen Kaiserreich.“ Segen und Fluch zugleich: Denn von der Weltwirtschaftskrise und dem Ersten Weltkrieg mitgenommen meldete Bing mit seiner Spielzeugsparte 1932 Insolvenz an. Der Rest des jüdischen Unternehmens wurde in der NS-Zeit zerschlagen und verkauft.

Spielzeug der Firma Bing ist heute museal und verrät viel über die Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts. Zum einen waren viele Spielsachen Abbildungen der damaligen Realität und top modern. In der Puppenküche der Tochter standen die gleichen Töpfe in Spielzeugformat, wie sie die Mutter im richtigen Schrank stehen hatte. Bing hat zum Beispiel auch Dampfbügeleisen aus seinem Haushaltswarenbereich für Hausfrauen baugleich als Spielzeug für Mädchen angefertigt. Vergleichbar mit heutigen Nachahmungen von Küchen- und Bohrmaschinen für Kinder.

„Der Hersteller war sehr, sehr gut im Bereich Marketing“, spricht Uwe Groll einen Punkt an, den man bei aller Nostalgie nicht vergessen darf. Die Spielwarenindustrie ist keine pädagogische Institution, sondern eine auf Gewinn angewiesene Industrie. „Es ist eine Schlacht um die Kundengunst damals wie heute. Die Spielzeughersteller orientieren sich an dem, was der Markt gerne hätte. Wenn man die Gegenwart mit dem Bing-Zeitalter vergleicht, hat sich in diesem Punkt die Schnelllebigkeit geändert, sonst nichts“, so Uwe Groll.




Nachhaltigkeit im SPIELZEUGHAUS Museum & Café


Geprägt durch Berufe im Umweltschutz/Recycling und der Pädagogik war es von Anfang an für uns klar, dass wir auch ein nachhaltiges Konzept haben möchten und freuen uns heute über die Unterstützung und Bestätigung durch TourCert als Nachhaltiges Reiseziel.


Die spannende Vermittlung der deutsch-jüdischen Kultur- und Industriegeschichte ist ein wichtiger, sozial-nachhaltiger Beitrag. Die Inhaberhin und Leiterin des Museums, Marion Groll, setzt dabei auf den Austausch verschiedener Generationen, die gemeinsam das Museum entdecken. Wenn sich beispielsweise die Dampfmaschine bewegt und etwas antreibt, übt das eine unglaubliche Faszination auf alle Besucher aus. Manche Großeltern erklären dann den Enkeln begeistert, wie die Maschine funktioniert.

Das Spielzeugmuseum mit Eiscafé haben wir im April 2011 eröffnet. Dem Voraus ging eine mit viel Eigenleistung und Fingerspitzengefühl für Historisches durchgeführte Sanierung des Altstadtensembles aus ursprünglich vier Gebäuden. Nahezu alle technischen Geräte sind gebraucht und wurden von uns umfassend für den Wiedereinsatz geprüft, instandgesetzt und modernisiert. Bei der Gestaltung der Ausstellungsräume ist uns Upcycling von Vitrinen und Beleuchtung genauso wichtig, wie eine energie- und abfallarme Betriebsführung sowie beim Eiscafé die Verwendung regionaler Produkte. Für PfalzCard-Besitzer ist der Besuch des Spielzeugmuseums kostenlos.

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Wählen Sie sich ihren gewünschten Besuchstermin aus. Termine sind auf 2 Wochen im Voraus über den Shop bestellbar: Die Besucherzahl ist aktuell im Rahmen der Hygienevorschriften pro Stunde auf 15 Erwachsene limitiert.

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SPIELZEUGKULTUR - 150 Jahre Gebr. BING


150 Jahre Gebr. BING, die ehemals größte Spielwarenfabrik der Welt. Illustriert mit Exponaten aus dem Bing-Museum in Freinsheim.
80 Seiten, 9 Euro

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Aufbau und Geschichte Pariser Hoch- und Untergrundbahn


In den Katalogen von … ist nur die Zugeinheit in Spur 0 und I mit der Artikelnummer … abgebildet, jedoch keine vollständige Anlage. Diese Anlage hat Bing aus bewährten Brückenteilen und Stützen eines Bahnübergangs als Basis konstruiert.

Der Probeaufbau im Museum findet aktuell statt. Sockel, Dekoration und eine Kulisse aus zeitgenössischem Kartonmodellbau werden folgen.